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Graffiti Glossar allgemein Aerosol-Art: Allgemeiner Begriff für die Kunstform (hauptsächlich Graffiti), die "aus der (Sprüh-)Dose" kommt. Häufig von kommerziell arbeitenden Graffiti-Künstlern verwendete Bezeichnung All City: Bezeichnung für einen Writer, dessen Werke in der gesamten Stadt zu sehen sind Amok: Einer der bekanntesten Writer aus Berlin und seit 1985 aktiv. Mitglied der Crews SOS, GSG, TMH und 156. Amok galt zu Beginn der 90er in Berlin als King, und ist auch heute als einer der "ganz Großen des Writing" in Berlin zu bezeichnen. Er hat viel zum Aufbau der Writing-Kultur in Deutschland beigetragen. Er setzte sich 1992 zum Bedauern der Commuinity offiziell zur Ruhe. Arrows: Bezeichnung für Pfeile Babu: Begriff für Bahnbulle, also einem Bundesgrenzschutzbeamten oder Wachschützer. Background: Bezeichnung für den (gesprühten) Hintergrund eines Graffiti. Background-Clouds: Bezeichnung für im Hintergrund verwendete Designs in Blasen- oder Wolkenform. Backgrounding: Wenn ein Graffiti zum Hintergrund eines neuen Pieces wird. Backpiece: Auf Jacken aufgemalte oder aufgenähte Graffiti auf Leinwand-Stoff. Bis Anfang der 90er Jahre unter Writern in Deutschland sehr beliebt. Bates: Writer aus Kopenhagen, der seit 1984 aktiv ist. Belton: Farbspray-Marke. Wegen ihrer hohen Deckkraft, der geringen Lautstärke beim Sprühen und des satten und breiten Sprühstrahls (insbesondere bei Verwendung von Fatcaps) ist diese Marke sehr beliebt unter Writern. Chromsilber und Hitzerot von Belton waren lange Zeit die angesagtesten Farben, da sie auch auf dreckigen und ungrundierten Flächen optimal decken. Bifi: Begriff, ursprünglich aus Berlin, der einen Angestellten der Bahn meint. Biten: Meint das kopieren eines bestimmten Styles Black Book: Bezeichnung für ein Buch, das die Arbeiten eines Writers dokumentiert. In ihm werden Fotos, Skizzen, Zeichnungen befreundeter Maler und manchmal auch Zeitungsartikel gesammelt. Blockbuster: Gemeint sind große, gut lesbare Buchstaben. Meist werden Blockbuchstaben verwendet. Bomben: Gemeint ist das schnelle und illegale besprühen von Flächen. Trainbombing bezeichnet das Sprühen auf Zügen, Streetbombing das Sprühen an besonders auffälligen und für den Writer gefährlichen Orten im innerstädtischen Bereich. Motionbombing meint das Besprühen eines Zuges, während er am Bahnhof hält. Bubblestyle: Gemeint sind simple, wie aufgeblasen wirkende Buchstaben. Phase2 ist der Erfinder dieses Styles. Oft werden ThrowUps im Bubblestyle gesprüht, da mit diesem Style die Buchstaben ohne großen Zeitaufwand gesprüht werden können. Buff: Bezeichnung für das Entfernen von Graffitis (nicht nur auf Zügen) oder der Anlagen. Oft wird auch ein Überstreichen von Graffitis als Buff bezeichnet. Kommt ein Verkehrsverbund nicht mehr mit dem buffen nach, so bezeichnet man das System als "gesprengt". Burner: Bezeichnung für ein besonders gutes Bild, das auch noch Jahre später als einzigartig und besonders gut angesehen wird. Ursprünglich Bezeichnung für einen sehr guten Wildstyle-Train. Busten: Begriff für "erwischt werden", wird auch cashen genannt. Can: Bezeichnung für Sprühdose. Cap: Begriff für einen Sprühaufsatz für Dosen, erhältlich in verschieden Größen und Strichbreiten. Der New Yorker Sprüher Superkool entdeckte Anfang der 70er, dass man mit verschiedenen Caps auch verschiedene Effekte erzielen konnte. So unterscheidet man zwischen Standardcap (das mit der Dose zusammen ausgelieferte Cap), Fatcap (sehr breiter Strich), Skinnycap (sehr schmaler Strich) und Softcap, oft auch Outlinecap genannt (ermöglicht eine langsamere Strichführung und feinere Fadings). Cartagging: Gemeint ist das verwenden von Vans, LKWs und Lieferfahrzeugen als Untergrund für Graffiti. PKW werden nicht besprüht (außer bei Aufträgen). Characters: Bezeichnung für die figürlichen Elemente des Graffiti. Es kann hier zwischen B Boy-Characters, Comic-Characters, fotorealistischen Characters und abstrakten Characters unterschieden werden. Checker: Jemand der für einen anderen Writer Wache hält bei illegalen Aktionen. Chromsilber: Eine sehr beliebte Sorte unter Bombern ist das Chromsilber der Firma Belton, da sie auch auf ungrundierten Wänden eine besonders hohe Deckkraft besitzt und sehr leise sprüht. Als Anfang der 90er Hitzerot aufkam, das ähnliche Eigenschaften besaß, brach eine wahre Chromsilber-Hitzerot-Welle los. Clouds: (engl.: Wolken) Bezeichnet blasen- oder wolkenartige Background-Designs. Erstmals von Phase 2 verwendet. Corner: siehe Writercorner Crossen: (von: to cross), steht für das "überschreiben" von Graffitis. Hierbei wird das Graffiti nicht komplett übersprüht, sondern bleibt sichtbar. CRU: In Deutschland häufig gebrauchter Begriff für Crew. Daim: Writer aus Hamburg, seit ca. 1989 aktiv. Mitglied der TCD-Crew (Trash Can Design). Gilt als einer der Meister des Fotorealismus und der 3D-Styles. Def: abgeleitet von "death", sinngemäß "geil" oder "sehr gut". Designs: Bezeichnung für die Schmuckelemente eines Graffiti. Oft stehen auch bestimmte Designs für einen bestimmten Style. Destroyen: (engl.: „zerstören“) Dieser Begriff meint die Zerstörung einer optischen Einheit (z.B. einer S-Bahn) und wird als Kraftausdruck für aggressives Bombing verwendet. Doppel-Wholecar: Siehe Married Couple. Drips: (engl.: "Tropfen") Bezeichnung für heruntergelaufene Farbe. Drips entstehen, wenn man mit der Sprühdose zu langsam arbeitet und somit zu viel Farbe auf denselben Punkt gelangt. Drips können auch durch Regen, ungeeignete Oberflächen oder zu dünne Farbe entstehen. Erfahrene Writer benutzen Drips aber auch als Designs. Der erste Writer, der dies tat, war der New Yorker Writer Phase2. East Side Galerie: Ein ca. 1,5 Km langer Teil der Berliner Mauer zwischen Kreuzberg und Friedrichshain, der 1990 von Künstlern gestaltet wurde, bekam den Namen East Side Galerie. Die East Side Galerie wurde unter Denkmalschutz gestellt. Hierher kamen Writer aus aller Welt, Amok malte hier seine letzten Bilder. Heute wird das Malen auf der Fläche bestraft. End To End: Begriff für einen Zugwaggon, der über die gesamte Länge (unter den Fenstern) besprüht ist. Eine andere Bezeichnung für einen End-to-End ist Window-Down-Wholecar. ESK: (East Side Kings) Writercrew aus Berlin, die sich besonders durch Bombings einen Namen machte. Wurde 1990 gegründet. Mitglieder sind: Look, Corint, Bome, Kaon, Disne. Fading: Oder faden, ist ein Begriff, der einen sanften Farbverlauf bezeichnet. Fadings sind besonders für Anfänger eine sehr schwere Technik. Fill In: Bezeichnung für die Füllung der Buchstaben. Gemeint ist damit alles, was sich innerhalb der Outlines befindet. First Lines: Bezeichnung für die ersten Linien, die als Skizze zur Orientierung vorgesprüht werden. Wenn die First Lines oder auch First Outlines fertig sind, wird mit den Fill Ins begonnen. Flint 707: Writer aus New York, der in den frühen 70ern als erster Clouds als Designs benutzte. Freestyle: Ist das Sprühen eines Styles ohne Skizze Getting up: Sinngemäß: "Rausgehen und Malen". Ghosttrain: Wenn auf einem Zug nach dem Buffen noch Reste eines Bildes erkennbar sind, spricht man von einem Ghosttrain. Gleisi: Gemeint sind Bahnarbeiter. Siehe auch Bifi Going Over: Meint das Übermalen eines Graffiti mit einem anderen Graffiti. Siehe auch Crossen. Graffiti: (Singular: Graffito) Vom Italienischen "graffiare", das "einritzen" oder "einkratzen". Graffiti ist die allgemeine Bezeichnung für Zeichnungen und Schriften auf Wänden oder anderen „Objekten“. Writing ist ein spezieller Teil dieser Kunstform, bei der es im eigentlichen Sinne um die Verbreitung eines Namens (Tags) geht, nicht um künstlerische Ausarbeitungen. Grundieren: Häufig werden Untergründe, die stark Farbe aufsaugen oder sehr verschmutzt sind (z.B. an der Zugstrecke) mit Latexfarbe vorgestrichen. Guestbook: Blackbook, in das sich befreundete oder bekannte Writer verewigen. Wird oft zu Jams, Battles und Hall Of Fames mitgenommen Hall of Fame: Begriff für Flächen, die man legal besprühen kann und an denen die Wirter nur sehr gute Pieces anbringen. Der Unterschied zu anderen Flächen im öffentlichen Raum ist, dass zu den Halls Of Fame die Writer zu den Werken kommen um sie zu sehen, und nicht die Werke zu den Writern kommen (wie z.B. besprühte Trains an den Bahnhöfen), häufig liegen sie sogar im Verborgenen. Bekannte Halls Of Fame in Deutschland sind bzw. waren z.B. Bunker (Dortmund), Mauerpark (Berlin) und Live Music Hall (Köln). Halls Of Fame dienen als Battleort und Treffpunkt für Writer. Ist eine Hall Of Fame gut besucht und unter vielen Writern bekannt, wird sie oft auch von Künstlern aus aller Welt besucht. Highlights: Gemeint sind Schmuckelemente, die Lichtreflexe darstellen. Hit: (auch: to hit) Alte Bezeichnung für Tags. Hitzerot: Name einer speziellen hitzebeständigen Farbe von Belton. War sehr beliebt bei Writern, da sie besonders pigmentreich und deckend war, bei leuchtend rotem Farbton. Die Produktion wurde Mitte der 90er Jahre eingestellt, weil Hitzerot giftige Stoffe beinhaltet. Siehe auch Chromsilber. Hump Letters: Sinngemäß "bucklige Buchstaben". Bezeichnung für Buchstaben, die Buckel oder Auswüchse haben. Inside-Bombing: Begriff für Graffitis, meistens Tags, die innerhalb von Zügen angebracht werden. K.A.S.A.: Eine Anti-Spray Aktion aus Köln... FUCK YOU!!! Kaos: Writer aus Berlin, der seit den 80ern sprüht und Mitglied bei GFA ist. Er zählte zu den Style-Leadern in Berlin. King: Der Begriff King gilt für einen ausgesprochen guten und erfolgreichen Writer, der es in der Szene bis ganz nach oben geschafft hat und auch von anderen großen Writern viel Respekt erhält. Viele Writer, die King sind oder gerne King wären, malen über ihr Tag ab und zu eine Krone. King Of The Line: Bezeichnung für einen Writer, der es geschafft hat auf einer Line also einer Bahnstrecke besonders stark präsent zu sein. Die Hagener DFG-Crew ist im Rhein- Ruhrgebiet in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel. Sie schafften es, die gesamte Stecke (S8) von Hagen bis Mönchengladbach zu bomben. Line: Eine Bahnstrecke wird von den Writern Line genannt. Wenn man an der Line malt, malt man also an der Bahnlinie entlang. Linebombing: Bezeichnung für Bombings an einer Bahnstrecke. Linepiece: Begriff aus dem Writing. Bezeichnung für ein Piece, das entlang einer Bahnstrecke gesprüht wurde. Loomit: Writer aus München. Malt seit 1983 und zählt somit zu den ersten Writern in Deutschland. Seine Styles und Characters sind berühmt. Er ist auch für seine großformatigen Bilder bekannt, die er zusammen mit Writern aus der ganzen Welt sprüht. Loomit malte bereits in vielen Ländern und hat einen großen Beitrag zur Verknüpfung der deutschen Szene mit der internationalen Szene geleistet. Loomit zählt zu den erfolgreichsten Auftragssprühern in Deutschland. Loops: (engl.: Schleife, Spirale, Schlaufe). Wichtiges Stilelement des Writings, bei dem das Ende eines Buchstaben in sich zusammengerollt wird. Phase 2 sprühte als erster in den frühen 70ern Loops und andere Writer entwickelten sie weiter und kombinierten sie mit anderen Stilelementen, wie zum Beispiel Pfeilen. Married Couple: Bezeichnung Für einen Doppel-Wholecar. Ursprünglich für zwei ständig zusammengekoppelte U-Bahn-Waggons. Marshmallow Style: Begriff für einen Style, dessen Buchstaben an den unteren Enden angeschwollen sind. Masterpiece: Bezeichnung für ein besonders gutes Piece. Wörtlich: Meisterstück. Mode 2: Writer aus Paris. Er ist in vielen Writercrews z.B. TCA (The Chrome Angles) und TDS (The Def Stars). Mode 2 ist berühmt für seine B-Boy-Character und hat schon in der ganzen Welt gesprüht. Motion Bombing: Begriff für das Besprühen eines Zuges während seines Aufenthaltes (am Bahnhof). Dabei wird oft, wenn der Zug losfährt, eine Wellenförmige Linie gesprüht. Steht auch für das Bomben während der Fahrt (S-Bahn Surfen). Motion Tagging: Begriff für Outside-Tags die während der Zug am Bahnhof hält oder während der Fahrt angebracht werden. Move: Begriff für die Art, wie sich Buchstaben "bewegen". Name: Beim Writing geht es darum, den Namen bekannt zu machen und dabei selbst anonym zu bleiben. Dies wird nicht nur gemacht um einer Strafe zu entkommen, sondern auch, weil es viele lieben, selbst im Hintergrund zu bleiben, während der Name Fame erlangt. Namen werden abgeleitet von Spitznamen, Abkürzungen oder entstammten der Fantasie. Needlecaps: Sprühköpfe, die einen besonders schmalen Strich (unter 1cm breit) sprühen. Sie gelten als Vorgänger der Skinnycaps, die es erst später frei/legal zu kaufen gab. Needlecaps werden selbst gemacht indem man eine Injektionsnadel in das Loch der Düse eines Standardcaps drückt. One-Man-Wholecar: Bezeichnung für einen Wholecar, der von einem Writer alleine gemalt wurde. Einen One-Man Wholecar zu malen sorgt in der Writing-Szene für sehr viel Respekt. Outline: Bezeichnung für die Umrisslinie eines Graffitis. Outlines ohne Fillin heißen Throw ups. Outsidebombings: oder Outsidetags. Begriff für Bombings oder Tags, die an der Außenseite des Zuges angebracht werden. Diese Bezeichnung gilt auch für Tags und Bombings, die während eines Aufenthaltes der Züge oder während der Fahrt angebracht werden. Overkill: Begriff Für ein "unkontrolliertes Herausschießen" der Farbe aus der Sprühdose. Passiert meistens, wenn Cap oder Dose nicht in Ordnung sind. Panel/Panelpiece: Begriff für ein alleinstehendes Graffiti an einem Zug, das zwischen beiden Türen und unter den Fenstern angebracht ist. Phase 2: Writer aus New York, der seit den frühen 70ern aktiv ist. Er ist einer der Pioniere des Writing und einer der ersten UGA-Mitglieder. Er war der Erfinder des Bubble-Style, der Background-Clouds, des Wildstyle, der Loops und Pfeile, sowie spezieller Designs. Er war einer der ersten, der Outlines um die Buchstaben sprühte. Neben Supercool war Phase 2 einer der ersten Writer, die Pieces auf Züge gemalt haben. Er ist zusammen mit Vulcan und Schmidlapp der Herausgeber des Graffiti-Magazins "Tight". Piece: (Engl.: Stück) Bezeichnung für Bild. Bombings oder Quicks werden nicht als Piece oder Bild bezeichnet. Hauptelement eines Pieces ist in der Regel der Style. Background, Designs oder Characters dienen nur zur Unterstützung. An den Pieces kann man erkennen, wozu ein Writer in der Lage ist und was er drauf hat. PSC: (Psychiatrik Case Posse) Writercrew aus Paris. Gegründet 1989. Mitglieder sind unter anderen Phase, Honey, Kao, Decay und Number 6. Einige von ihnen sind seit den frühen 80ern aktiv. PSC gehört zu den besten Pariser Writercrews. Sie bemalen vorwiegend Wände. Quick: Begriff für ein schnell angefertigtes Graffiti. Eine andere Bezeichnung für Quick ist Bombing. Ray: Writer aus München. Er begann 1983 zu sprühen. Seine Graffitis waren oft ein Thema in den Medien, trotzdem schaffte er es bis heute anonym zu bleiben. RCB: (Rock City Berlin) Writercrew aus Berlin. Hat sich etwa Anfang der 90er gegründet. Mitglieder sind Esher, Rasta, Lite und Look. Kaum eine Crew in Deutschland ist so produktiv und aktiv wie RCB. Sie haben es geschafft nicht nur All-City oder All-Germany, sondern All-Europe zu sein. Durch die zahlreichen Chrom-silber-Bombings von RCB wurden besonders die Newcomer animiert es ihnen gleichzutun, so dass Mitte der 90er fast die gesamten Lines in Berlin "versilbert" waren. Die Crew wurde durch Trains und Bombings (besonders Roof-Tops), aber auch durch Qualität bekannt. Rio: Writer aus Dortmund. Zählt zu den aktivsten Trainbombern in Deutschland. 1989 sprühte er seinen ersten Zug. Seine Styles bestehen überwiegend aus einfachen, plakativen Buchstaben. Gesprüht hat Rio in ganz Europa und New York. rocken: Bezeichnung für das Bemalen von Wänden, Zügen etc., wobei dieser Begriff überwiegend von Trainbombern benutzt wird. Roof Top: Begriff für an Dachkanten, Schornsteine und Dächer gemalte Graffiti. S-Bahn Graffiti: In Deutschland sind S- und U-Bahnen für Writer am attraktivsten, da diese durch die ganze Stadt fahren und so, wenn sie nicht gleich gebufft werden, leicht von anderen Writern gesehen werden können. Die erste S-Bahn in Deutschland wurde wahrscheinlich ca. 1984 in München besprüht. S-Bahn Surfen: In einigen Städten kam für einige Zeit S-Bahn-Surfen als Modewelle auf. Beim S-Bahn-Surfen wird während der Fahrt an der Außenseite der Bahn herumgeklettert, wobei es oft zu tödlichen Unfällen kam. Auch bei Writern war diese Art in den Anfangs-Jahren verbreitet. Beim S-Bahn-Surfen wurden von den Writern Outside-Bombings angebracht. School: Die verschiedenen Zeitabschnitte in der Geschichte der Graffiti-Kultur werden mit dem Begriff School versehen. Im wesentlichen wird zwischen Old School und New School unterschieden. Second (Out)Line: Nachdem der Writer bei seinem Piece die Outlines gezogen hat, wird oft noch eine zweite Outline, die sogenannte Second Outline gezogen. Dadurch wird ein bestimmter Effekt erzielt. Der Schriftzug kann dadurch auch sauberer wirken. Simple-Style: Bezeichnung für einen einfachen, gut lesbaren Style, der besonders typisch für Bomber ist. Sketch: (engl: Skizze) Begriff für eine Zeichnung auf dem Papier. Damit können sowohl Skizzen, als auch ausgearbeitete Zeichnungen gemeint sein. Sketche kommen oft in das Blackbook oder das Guestbook der Writer. SOS: (Spirits of Style) Writercrew aus Berlin. Wurde ca. 1990 von Odem und Some gegründet. Weitere Mitglieder sind Amok, Shek, Phos, Bisaz, Poet. Fast alle SOS Mitglieder gehörten damals zu den Style Kings in Berlin. SOS sprühte auch Deutschland- und Europaweit. Straight Letters: Begriff aus dem Writing für einfache, direkte Buchstaben. Oft Simple Style. Streetbombing: Begriff für Graffiti, die an Straßen angebracht werden. Da Streetbombing ziemlich gefährlich ist, kommt es überwiegend in Form von Throw Ups und Tags vor. Style: Begriff für Schriftzug/Schriftart. Style-King: Bezeichnung für einen Writer, der durch seinen besonders außergewöhnlich guten, sauberen und ausgereiften Style einen besonderen Stellung in der Szene hat. Style-Leader: Begriff für einen Writer, der durch seinen Style und seiner Stellung in der Szene großen Einfluß auf die anderen Writer hat. Nach manchem Style-Leader haben sich die Szenen ganzer Städte gerichtet. Subway: Ist der Name der U-Bahn in New York, wo das Writing, wie man es heute auf der ganzen Welt kennt, geboren wurde. Der eigentliche Beginn des Subway-Graffiti war das Jahr 1970, doch schon in den 40er Jahren tauchte überall in Amerika und Europa ein gewisser "Killroy" auf, oft mit Sprüchen wie "Killroy was here". Auch die New Yorker Subway blieb natürlich nicht verschont. Somit ist er als eine Art Vorgänger der Writer zu sehen, schließlich schien es auch ihm darum zu gehen, seinen Namen bekannt zu machen. Je nach Größe und Form gibt es für die verschiedenen Graffitis auf Zügen verschiedene Bezeichnungen. Die am häufigsten genutzten sind End-To-End, Married Couple, Panel, Top To-Bottom, Wholecar, Wholetrain und WindowDown, wobei noch zwischen Inside und Outside unterschieden werden kann. Superkool: Writer aus New York. Ging in die Geschichte des Writing ein, als er 1972 als erster ein Panel und später den ersten Top-To-Bottom malte. Er war der erste Writer, der auf die Idee kam, verschiedene Sprühaufsätze (Caps) zu benutzen, um verschiedene Sprühstärken zu erreichen. Swing: Begriff für den Schwung, den die Buchstaben haben können. Für viele ist es beim Style sehr wichtig, ob sich die Buchstaben bewegen oder lebendig sind. Tag: Die einfachsten Graffiti, die reinen „Unterschriften“ der Writer werden Tags genannt. Die einzige Aussage der Tags ist: Ich war hier. So werden Tags für die Eingeweihten zu einer neuen Kommunikationsform. Früher wurde ein Tag als “Hit“ bezeichnet. Throw Up: Bezeichnung für spezielle Graffitis, die in nur sehr kurzer Zeit gesprüht werden können. Meistens handelt es sich dabei um Outlines ohne Fill ins, die in einem Stück gezogen werden. Typisch für Throw ups ist der Bubble-Style. Throw Ups zählen nach den Tags zu den Ursprüngen des Writing. Top to Bottom: Oder auch T-To-B ist die Bezeichnung für ein Graffiti auf einem Zug, der die Fläche vom Boden bis zur Dachkante einnimmt, aber nicht unbedingt wie ein Wholecar über die ganze Länge gehen muss. Die ersten Top-To-Bottoms wurden in New York von Superkool gemacht. Toy: (engl.: Spielzeug). Abfällige Bezeichnung für Writer, die noch nicht sehr lange dabei sind und deshalb noch wenig Erfahrung haben und nicht besonders gut sind. Auch Bezeichnung für Writer, die schon länger dabei sind, aber immer noch einen schlechten Style haben, biten oder bestimmte Dinge nicht "kapiert" haben. Bilder dieser Writer werden oft mit "Toy" ausgecrosst. Toy-Style: Bezeichnung für einen Graffiti-Style der besonders schlecht oder gebited ist. Train: Englisches Wort für Zug, welches auch von deutschen Writern gebraucht wird. Trains spielen im Writing eine wichtige Rolle, da die Kultur hier ja auch groß geworden ist. Die ersten Panels auf Zügen wurden 1972 von Superkool, Stay High und Phase2 in New York gemalt, als fahrende Leinwand, die durch die halbe Stadt fährt. Trainbombing: Bezeichnung für das schnelle, intensive Sprühen auf Zügen. True To The Game: Bezeichnung dafür, dass jemand real und mit dem ganzen Herzen bei einer Sache ist.. Two-Car: Bezeichnung für ein Graffiti auf einem Zug, das sich über zwei Waggons erstreckt. Wenn es sich dabei um einen Doppel-Wholecar handelt spricht man auch von einem Married Couple. Vandal Squad: 1975 wurde in New York eine Polizeieinheit gegründet, deren Ziel es war, die Writerszene zu zerschlagen. Wesentliche Erfolge gab es nicht. Wholecar: Ein Zugwaggon, der über die gesamte Fläche, also von unten nach oben und von einem Ende zum anderen besprüht ist, wird als Wholecar bezeichnet. Für einen Wholecar erhält ein Writer mehr Respekt, als zum Beispiel für ein Panel, da Wholecars wesentlich mehr Zeit und Aufwand erfordern und so ein größeres Risiko für den Writer darstellen. WholeTrain: Ein Zug, der über die ganze Länge besprüht ist, wird Wholetrain genannt. In der Regel besteht ein Wholetrain aus einzelnen Wholecars. Wenn bei einem Zug alle Waggons mit Panels besprüht sind, spricht man von einem Window-Down-Wholetrain. Wholetrains werden nur sehr selten gemacht, da diese viel Zeit und Material erfordern. Wildstyle: Bezeichnung für einen besonders aufwendigen Writing Style, der durch seine komplizierten und verschlungenen Buchstaben auffällt und für Außenstehende schwer zu entziffern ist. Einen guten Wildstyle zu sprühen, schaffen nur wenige Writer. Phase 2 war der Erfinder dieses Styles. Window-Down-Wholetrain: Bezeichnung aus dem Writing für einen Zug, der über die gesamte Länge unterhalb der Fenster besprüht ist. Writer: So nennen sich die "Graffiti Sprüher" selbst. Writercorner: Die Writer nennen ihre Treffpunkte Writercorner. Sie befinden sich meist an öffentlichen Orten, wie zum Beispiel auf Bahnhöfen. Writercrew: In der Regel schließen sich die Writer zu Gruppen zusammen. Die ersten Writercrews bildeten sich zu Beginn der 70er Jahre in New York. XYZ: Writer-Crew aus Düsseldorf Yard: (engl.: Hof) Bezeichnung für ein Zugdepot. Zugbomben: siehe Trainbombing weitere Glossare
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| Copyright Text: Sylvia Piciorgros / Bilder / Layout: Dr. Highüz 2002 |