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H.I.M. |
Die Bundeslade ist das höchste israelitische Heiligtum. Sie wird auch als „Tabernakel“, „Gesetzeslade”, „Lade des Zeugnisses” oder „Lade Gottes” bezeichnet. Im Alten Testament (Exodus 25) wird in der Anweisung an Moses, der den Schrein bauen lassen soll, die folgende Beschreibung gegeben: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: ...Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich mitten unter ihnen wohne! Durchaus, wie ich dir ein Vorbild der Wohnung und aller ihrer Geräte zeigen werde, also sollt ihr es machen. Macht
eine Lade von Akazienholz, dreieinhalb Ellen soll ihre Länge sein,
anderthalb Ellen ihre Breite und anderthalb Ellen ihre Höhe. Die sollst
du mit reinem Gold überziehen, inwendig und auswendig; und mache ringsum
einen goldenen Kranz. Du sollst auch vier goldene Ringe dazu gießen
und sie an ihre vier Ecken setzen; also, daß zwei Ringe auf einer
Seite und zwei Ringe auf der andern Seite seien.
Und du sollst den Sühndeckel oben über die Lade legen und das Zeugnis, das ich dir geben werde, in die Lade tun. Daselbst will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühndeckel herab, zwischen den beiden Cherubim auf der Lade des Zeugnisses , über alles, was ich dir für die Kinder Israel befehlen will.“ Die Bundeslade wurde im Allerheiligsten im Tempel von Jerusalem aufbewahrt. Der Kasten enthält den Aaronstab, ein Gefäß mit Manna und die steinernen Tafeln mit dem Dekalog, den Zehn Geboten. Den Dekalog (griechisch déka: zehn; lógos: Wort), die Zehn Gebote, hatte Moses laut Altem Testament auf dem Berg Sinai empfangen. Nach Exodus 31, 18 schrieb sie Gott selbst auf zwei Steintafeln. Moses zerstörte später die Tafeln aus Zorn über den Abfall der Israeliten vom Glauben. Gott wies ihn daraufhin an, neue Tafeln anzufertigen, die später in der Bundeslade aufbewahrt wurden. Es
war dem Hohepriester vorbehalten, einmal im Jahr, an Jom Kippur (israelischer
Feiertag – Versöhnungsfest), das Allerheiligste im Innersten des Tempels
in Jerusalem zu betreten, wo die Bundeslade aufbewahrt wurde. An gewöhnlichen
Tagen trug er prunkvolle Kleider, wenn er aber den Raum mit dem Allerheiligsten
betrat, legte er eine schlichte weiße Robe an, um seine Demut zu
zeigen. Der Hohepriester verkündete die göttlichen Offenbarungen
und hatte das alleinige Privileg, sich direkt an Gott um Rat wenden zu
dürfen.
Im
2. Samuel 6 kann man lesen, daß König David I im 10. Jh.v. Chr.gen
Baale-Juda zog, um von dort die Lade Gottes aus dem Hause Abinadabs zu
holen. Dabei kam ein Mann Davids ums Leben, als er die Lade berührte
um sie zu stützen, denn sie drohte vom Wagen zu fallen. Darum nannte
man diesen Ort Perez-Ussa. An gleicher Stelle steht, daß David die
Lade des Herrn nicht zu sich bringen lassen wollte, sondern sie in das
Haus Obed-Edoms, des Gatiters bringen ließ, wo sie drei Monate lang
blieb.
In
einer anderen Geschichte liest man, daß der im Jahr 1119 in Frankreich
gegründete Orden der Templer (Orden der Armen Ritter Christi / Ritter
des Tempels von Salomon), die Pilger auf ihrer Reise nach Jerusalem beschützten,
das Tabernakel haben sollen. Sie hatten ihr Ordenshaus in der Nähe
des Standortes von Salomos Tempel in Jerusalem errichtet und bei Bauarbeiten
die Bundeslade gefunden und anschließend nach Südfrankreich
gebracht.
In
einer wohlvorbereiteten Aktion in der Nacht des 13. Oktober 1307 hatte
der französische König Philipp der Schöne alle Templer in
Frankreich verhaften lassen. Im Jahre 1313 waren die Folterung und die
Vernichtung der Organisation beendet. Auf dem Scheiterhaufen haben die
Templer die unter der Folter der Inquisition erpressten Geständnisse
widerrufen. Klemens und Philipp haben jedenfalls ganze Arbeit geleistet,
man spricht von nur fünf Überlebenden.
Die extravaganteste Variante kommt von Erich von Däniken. Der umstrittene Schweizer Wissenschaftler der Präastronautik, sieht in der Bundeslade ein Elektro-Akku, das in Südamerika auf einem Gebiet der Kultur des Nazca-Volkes an der Südküste des heutigen Peru, deren Blütezeit um 200 v. Chr. begann und um 600 n. Chr. endete, zu vermuten ist. Die Faschisten Mussolini und Hitler waren beide hinter der Lade her und es gibt durchaus seriöse Leute, die ihr Leben der Suche nach dem Heiligtum Israels verschrieben haben. Der Glaube an die göttliche Macht, die dem Schrein innewohnt, ist offensichtlich auch nach Jahrtausenden nicht gebrochen. Wir werden irgendwann einmal, nämlich zu Zeiten des Jüngsten Gerichtes, des Armageddon, wieder die Macht der Lade demonstriert bekommen, wenn auch nicht im positiven Sinne. So steht es in der Offenbarung des Johannes (11, 19): „Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Und es entstanden Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und großer Hagel.“ |