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Diverse - Rebel Salute 2006 - 3
(Island Entertainment DVD 0019)
 
Das Geburtstagskonzert von Tony Rebel am 13. Januar in Port Kaiser, St. Elizabeth, Jamaika ist mittlerweile zu einer Institution geworden und gehört zu den angesagtesten Festivals für conscious Musik in Jamaika, trotz oder gerade weil Alkohol und Speisen mit Fleisch dort nicht zugelassen sind. Island Entertainment zeigt uns jetzt mit dem dritten Teil der DVD-Trilogie154 Minuten und 54 Tracks des Finales der Show.

Die DVD beginnt mit dem Auftritt der Nyabinghi Band wirklich stilvoll. Hinter dem unscheinbaren Namen stehen mit Ras Tawny und Sista Bubbles Mitglieder der Rastafari Elders, die Nyabinghimusik traditionell und auf höchstem Niveau performen. Da ärgert man sich, dass der Auftritt nach einer knappen Viertelstunde schon vorbei ist. Gerne hätte ich davon noch mehr gehört. Danach folgt der Auftritt der amerikanischen und europäischen Gäste Zema und The Lions of Israel Band und mit dem Auftritt von Brah Yhan ein Newcomer.Dann kommt mit The Tamlins eine Gruppe, die Classics spielen ohne allerdings gesanglich voll überzeugen zu können.

Der Auftritt der Congos beim Rebel Salute wurde ja in der jamaikanischen Presse heftig kritisiert. Zu unprofessionell wären sie gewesen und hätten damit das Publikum nicht erreicht, hieß es im „Gleaner“ und im „Observer“.Diese Kritik trifft für mich aber nur den Mixer am Mischpult, der mit der Situation schlichtweg überfordert war. Ein kompletter Nyabinghiset mit fünf Percussionisten, drei Bläsern, vier Sängern plus Band waren einfach zuviel für den Mann. Abgesehen von dem unprofessionell gemischten Sound ist der Auftritt der Congos aber überzeugend und bringt uns neben den bekannten Tracks aus „The Heart of the Congos“ mit „Teachers teach“ die aktuelle Single der Band.

Third World werden länger gezeigt, als die anderen Bands. Sie kommen mit einem neuen Programm und können das Publikum überzeugen. Danach kommt der Auftritt von Gregory Isaacs, bei dem der „cool ruler“ in gewohnter Manier kurz und bündig abräumt. Als morgens die Sonne schon aufgegangen ist, läutet Junior Kelly das Finale ein.

Als Bonus wird noch über eine halbe Stunde lang ein Mitschnitt des „Rebel Salute Launch“ gezeigt. Für mich war es interessant mal eine solche Facette des Musikbiz zu erleben. Dort mischen sich jede Menge „society boys and girls“ unter die Musiker und führen auch meist das Wort. Bemerkenswert fand ich, dass das Rebel Salute von vielen Managern in ihren Reden immer wieder als „Produkt“ bezeichnet wurde. Mit dem Dollarzeichen in ihren Augen merken solche Leute wohl nicht, dass es hier um etwas viel Wichtigeres geht: nämlich gute kulturelle Musik langfristig zu promoten. Weiterhin werden Performances von Nadine Sutherland, Tarrus Riley, dem die Zukunft gehört, und natürlich dem Headliner der Show, Burning Spear, geboten.

„Rebel Salute 2006 Part Three“ ist mit guter Bild- und Soundqualität eine etwas andere Show mit Tiefgang und guten, raren Acts, die Fans von Rootsreggae begeistern wird. 

Mehr dazu gibt es bei Island Entertainment.

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