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Spiegel online 05.09.07

BOOM BEI UMWELTFREUNDLICHEN AUTOS
Deutsche begeistern sich für Ökoflitzer

Bei Hybridfahrzeugen und anderen Öko-Technologien hat die deutsche Autoindustrie nicht viel vorzuweisen - was sich demnächst böse rächen könnte. Neuen Zahlen zufolge sind die Deutschen ganz versessen auf schadstoffarme Karossen, das Geschäft drohen indes Japaner und Franzosen zu machen.

Düsseldorf - Die Deutschen haben nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in diesem Jahr wesentlich mehr schadstoffarme Autos als noch im Vorjahr gekauft. Bis Ende Juli seien 27 Prozent mehr Autos abgesetzt worden, die weniger als 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, sagte VDA-Präsident Mathias Wissmann dem "Handelsblatt".

Die enorme Zunahme gehe vor allem auf den Juli-Absatz zurück. Im Sommermonat hätten die Deutschen doppelt so viele Autos mit maximal 130 Gramm CO2 gekauft wie im Juli 2006. Im ersten Halbjahr 2006 hatte das Plus noch 17 Prozent betragen. Derzeit plant die EU, das Abgaslimit bis 2012 auf 130 Gramm zu senken.

Deutsche Hersteller könnten durch die stark steigende Nachfrage nach Öko-Autos zunehmend in die Bredouille geraten. Denn während etwa Toyota bereits etliche hunderttausend Einheiten des Hybridautos Prius verkauft hat und Hersteller wie Citroën auf der kommende Woche beginnenden Internationalen Automobilausstellung (IAA) weit gediehene Umweltkonzepte präsentieren, kommen die meisten deutschen Hersteller vor allem mit guten Absichten nach Frankfurt.

Möglicherweise werden viele umweltbewusste Kunden mangels deutscher Angebote deshalb auf ausländische Marken ausweichen. Im jüngsten Öko-Ranking des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) waren deutsche Firmen wie DaimlerChrysler oder BMW nur auf wenigen Top-Plätzen zu finden. Bestnoten bekamen hingegen japanische Hersteller wie Toyota und Honda.
 
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