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Promoe
29.11.2006
Muffathalle Ampere, München
 
Promoe ist ein weisser, schwedischer Rapper, Veganer, Globalisierungsgegner und links-politischer Aktivist, mit Rauschebart und langen Dreadlocks,  Mitbegründer der Hip Hop Gruppe Looptroop und sowohl als Solo Artists als auch mit Looptroop aktiv. Alles klar ?

Musikalisch dominiert Rap mit Reggae Einfluss, viel Gewicht liegt auf den Texten. Motto der Life Tour ist "white man's burden", dies ist auch der Titel der neuen CD und eines Songs dieser CD.

Ich hatte mir vor dem Konzert die neue CD gekauft: von der Musik her gefallen mir "White Man's Burden" und "Headache" am besten. Die Texte handeln von der Arroganz der Weissen als Last, staten "Denken ist Kopfschmerz (den man zu vermeiden sucht)" in "Headache"  oder handeln von Integrations- und Identitätsproblemen und sind somit weit von Gangster Rap Klischees entfernt.

Im Ampere trat zunächst als Vorprogramm ein Rapper mit DJ auf. Nach diesem Programmteil war das Ampere gut gefüllt. 

Promoe folgte mit DJ und zwei Background Sängern. Energiegeladen tanzte er in einem mit Songtiteln beklebtem Anzug und rapte, sang und sprach seine Texte. Neben Songs aus der neuen CD gab es eine Menge älterer Songs, aber auch zur Einstimmung mal  reinen Reggae ("Get Up, Stand Up") und zwischendurch auch mal reinen Sprechgesang ohne Musikbegleitung.

In München fand dieses Jahr der Poetry Slam 2006 statt: falls Promoe vom Singen ins Sprechen gleitet, erinnert das an eine Nora Gomringer oder einen Dalibor, die vom Sprechen her ins Singen wechseln. Sein Sprechstück handelte vom Leben als Superstar: ich konnte dem englischen Text in dieser Geschwindigkeit nicht folgen,  aber die Aufzählung der Städte Kassel - Bielfeld - Erlangen läßt Selbstironie vermuten.

Promoe's Auftritt, sowie den unbekannten Rapper aus dem Vorprogramm fand ich überzeugend, Background Sänger und Sängerin haben fur mich nicht allzuviel beigetragen, zumal z.B. der fast schmerzende Background Gesang bei "Headache" dann doch von der Platte kam. Promoe selber war aber so präsent auf der Bühne, dass es auch ohne Band für mich ein überzeugendes Live-Konzert war.




 
Das Ampere ist ein kleiner Veranstaltungsort, eigentlich nicht besonders beeindruckend oder gestylt, aber von der Nähe des Publikums zur Bühne her klasse. Die relativ grosse Bühne ist etwas erhöht, man kann direkt davor stehen, der Raum fürs Publikum ist nur klein, was aber schön ist, falls er, wie bei dieser Show mit begeisterten Zuhörern gefüllt ist. Der hintere Teil des Ampere ist wieder erhöht: so kann man auch mit etwas Distanz noch das Geschehen auf der Bühne gut verfolgen.

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Copyright Fotos / Text: Norbert Boll, Layout: Doc Highgoods 2006 Zum Seitenanfang