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Presse

Jagd auf die Graffiti-Schmierer
400 Täter bereits identifiziert
 
Das Klackern der Mischkugel in der Farbsprühdose verriet die Graffiti-Sprayer...
Sonntagabend auf dem Gelände der KHD in Deutz: Ein Wachmann machte seinen Rundgang, hörte plötzlich verdächtige Geräusche. Dann sah er im halbdunklen fünf junge Männer (18 bis 20), die Wände besprühten. Wenig später klickten die Handschellen. In ihren Rucksäcken der Beweis: Ein Duzend Sprayflaschen. Alle wurden wegen Sachbeschädigung angezeigt. Schaden: 8 000 Mark.
Wenn es nach dem Haus- und Grundbesitzer-Verein geht, sollten die Farbschmierer härter betraft werden. Sprecher Thomas Tewes: „80 Millionen Mark Schaden richten sie jährlich bei den Kölner Hausbesitzern an. Deshalb sind wir durchaus für Gefängnis-Strafen. Sozialstunden bringen nichts. Es sei denn, die Verursacher müssten den Schaden selbst beseitigen.“

Gestern präsentierte Polizeipräsident Klaus Steffenhagen erste Erfolge der „KASA“, der Kölner Anti-Spray Aktion. Vor eineinhalb Jahren wurde die Aktion gegründet. Ziel: Bekämpfung der Graffiti-Szene. Der harte Kern umfasst in Köln rund 500 Personen. 900 Schriften (genannt „Tags“) wurden gesammelt, 400 Personen identifiziert. 60 Prozent Aufklärung bei 923 Anzeigen – den Sprayern wird Köln langsam zu eng. Folge: Sie weichen in die Vororte aus. „ Wir als Stadt stellen eine Besserung fest,“ zog Bürgermeister Fritz Schramma Bilanz. 70 000 Quadratmeter städtische Gebäude und Flächen wurden verunziert, für 39  bis 79 Mark pro Quadratmeter gereinigt. Schramma: „Wir haben 1,1 Millionen Mark investiert. Die gereinigten Flächen werden in 25 Prozent aller Fälle erneut besprüht. Aber wir reinigen sie sofort wieder. Damit denen die Lust vergeht.“
 
 
Auch bei der KVB gehen die Fälle von Farb-Attentaten auf Bahnen zurück. 1997 verursachten die Sprayer noch 690 000 Mark Schaden, 1999 „nur“ noch 410 000 Mark. Am höchsten war der Schaden bei den Regionalbahnen Rheinland der Deutschen Bahn AG. Sprecher Wolfgang Groß: „Eine Millionen Mark kosteten uns Reinigung und Personal, die Ausfälle der Bahnen und Wachleute 1,5 Millionen Mark. Aber wir kriegen die Sprayer irgendwann doch...“
Express 11/04/00

 

Copyright Text / Bilder: Express  / Layout: Dr. Highüz 2002  
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