>>Hanf |
|
| Entscheidung
für Cannabis-Experten
Streit um die Wahl eines neuen Richters für den Bundesgerichtshof Die Bestimmung von Richtern
am Bundesgerichtshof (BGH), dem höchsten deutschen Straf- und Zivilgericht,
gilt als Routineangelegenheit. Doch bei Wolfgang Neskovic ist das völlig
anders. Er ist einer der prominentesten Richter bundesweit, ein streitbarer
und politischer Jurist.
Möglicherweise wegen
seiner liberalen Haltung in der Drogenpolitik wurde Neskovics Wahl am Bundesgerichtshof
nicht gerade gefördert. „Die fachliche Eignung wird nicht bejaht“,
lautete das Votum des BGH-Präsidialrats. Dieser siebenköpfige
Richtergremium sichtet alle Wahlvorschläge und gibt nach einem persönlichen
Gespräch mit den Kandidaten Empfehlungen ab. Offiziell begründet
haben die BGH-Richter ihre Ablehnung damit, dass Neskovic noch nie an einem
Oberlandesgericht arbeitete. Ansonsten aber hat Neskovic, der seit 22 Jahren
in der Lübecker Justiz tätig ist, stets hervorragende Beurteilungen
erhalten. Wohl auch deshalb wagte es der Richterwahlausschuss, vom BGH-Votum
abzuweichen. Dem Gremium gehören 16 Mitglieder des Bundestages und
alle Landesjustizminister an. Doch damit ging der Wirbel erst richtig los.
Ein leer ausgegangener Bewerber, Olaf Hoepner vom Oberlandesgericht Schleswig,
hat jetzt eine Klage gegen die Wahl Neskovic‘ eingereicht.
KStA 26/02/01 |
| Copyright: Dr. Igüz 1998 - 2001 |