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Freundliche Töne für den „Summerjam“
 
Beim „Summerjam“ wurden 490 Anzeigen wegen Drogenbesitzes erstattet - das sind viermal mehr als im Vorjahr.  

Reggae-Fans können offenbar aufatmen. Trotz eines immensen Anstiegs von Drogenverfahren neigt Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) dazu, das „Summerjam-Festival“ am Fühlinger See auch im nächsten Jahr zu genehmigen. Schrammas Sprecher, Karl-Heinz Merfeld, sagte, der OB sei am Wochenende bei einem Besuch äußerst angetan gewesen von der Veranstaltung. Besonders beeindruckt zeigte sich Kölns Stadtoberhaupt von der friedlichen Atmosphäre unter den Besuchern. „Der Oberbürgermeister steht zukünftigen Veranstaltungen positiv gegenüber“, berichtete der städtische Presseamtsleiter. Schramma wolle aber zunächst einmal den Polizeibericht abwarten, bevor er eine endgültige Entscheidung fällen werde.

Der Inhalt des Polizeiberichts dürfte trotz des friedlichen Festverlaufs im Rathaus für rauchende Köpfe sorgen. Denn bei den Freunden karibischer Klänge wurden am vergangenen Wochenende rund zwei Kilogramm Marihuana gefunden, hinzu kamen 360 Gramm Haschisch, etwas Kokain und Heroin sowie einige Pilze, die eine berauschende Wirkung haben. Insgesamt erstatteten die Ermittler in 490 Fällen Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz - im vergangenen Jahr wurde lediglich gegen 117 Festbesucher ermittelt. „Es wurde dieses Mal intensiver kontrolliert, zudem waren mehr Polizeikräfte im Einsatz“, erklärt Polizeisprecher Werner Schmidt den starken Anstieg der registrierten Verstöße. 

Bevor die Reggae-Fans zum Festival-Gelände am Fühlinger See gelangten, wurden von Polizei und Ordnungskräften des Veranstalters intensive Einlasskontrollen durchgeführt. Dabei stießen die Beamten in erster Linie auf Drogenkonsumenten. Dass sich unter den 490 angezeigten Personen lediglich 13 Dealer befinden, lässt sich nach Polizeiinformationen mit der gestiegenen Vorsicht der Händler erklären. Vielfach seien Drogengeschäfte mündlich vereinbart und später in einem der unzähligen Zelte auf dem Festgelände abgewickelt worden. Bei Europas größtem Reggae-Fest mit rund 25 000 Besuchern wurde jedoch nicht nur gekifft, sondern auch gestohlen. Bei der Polizei gingen 115 Anzeigen wegen Diebstahls ein, alleine in 98 Fällen wurden Gegenstände aus Zelten gestohlen. 

Nachdem die Genehmigung für die 18. Auflage des „Summerjam“ wegen der öffentlich diskutierten Drogenproblematik lange Zeit ungewiss war, hatten sich auch die Veranstalter der Thematik gewidmet und einen Doppeldeckerbus der „Drogenhilfe Köln“ beim Festival anrollen lassen. Hier wurden die Besucher zum „interaktiven Kiffertest“ gebeten. „Wir waren überrascht vom großen Zulauf und der Akzeptanz der Drogenprävention. Es wurden rund 2500 Gespräche geführt, außerdem wurde unser Internetangebot oft genutzt“, bilanzierte Ralf Wischnewski, Mitarbeiter der Drogenhilfe. KStA 08.07.03

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Vorberichte zum Summer Jam 2003
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Copyright Text: KStA / Bilder: RootZ Crew 2003 Zum Seitenanfang