>> Aktion  
zurück zur letzten Seite Zum Inhaltsverzeichnis zur nächsten Seite



 
Festivalreportage


Polizei im RootZ Camp
Die Polizei-Präsenz auf dem Summerjam-Gelände ist unübersehbar. An vielen Ecken werden Leute überprüft und die Personalien aufgenommen. Wir haben daher den Einsatzleiter des Summerjam-Festivals, Polizeidirektor Gerd Baltes, ins Rootz-Camp eingeladen und mit ihm über seine Aufgaben, Beobachtungen und Erfahrungen gesprochen.
 
„ Wir sind mit Zivilbeamten und Uniformierten vor Ort. Unsere Aufgabe ist zum einen die Prävention, dass heißt die Verhinderung von Verbrechen. Auf der anderen Seite müssen wir einschreiten, wenn wir kriminelle Handlungen beobachten“, erklärt Baltes.

Bei einem Reggae-Festival geht es in erster Linie um den Besitz von Marihuana: „Uns geht es aber nicht um die Konsumenten, sondern hauptsächlich um die Dealer, die mit ihren kriminellen Machenschaften Geld verdienen. Da geht es teilweise um hohe Summe. Im letzten Jahr haben wir 68 Personen  gefasst, darunter einer, der 68 000 Mark in der Tasche hatte.“ Doch auch bei kleinen Konsumenten müssen die Beamten zugreifen. Baltes: „Wenn wir da wegsehen würden, machten wir uns strafbar.“ 

Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und der  Security läuft nach Baltes Angaben sehr gut: „Es ist Aufgabe des Veranstalters, für  die Sicherheit zu sorgen. Wir müssen aber für die hoheitlichen Maßnahmen wie beispielsweise Festnahmen da sein. Dazu sind die Security-Leute nicht berechtigt.“ Baltes berichtet, dass die Summerjam-Veranstalter wegen der vielen Drogen-Delikte Probleme hatten, eine Genehmigung zu bekommen: „Sie mussten sich zu Präventivmaßnahmen bereit erklären.“ Dazu gehörte auch ein Faltblatt im Summerjam Heft mit Informationen über die legale Situation beim Cannabis-Besitz.
 
Persönlich hat der Polizeidirektor keine Probleme mit den Kiffern: „Subjektiv betrachtet, muss ich zugeben, dass und alkoholisierte Personen viel mehr Ärger machen.“ Sie hätten eine viel größeres Aggressionspotenzial als Ganjasmoker. Seine Leute werden hier so gut wie nie angepöbelt „ Das darf mich in dienstlicher Hinsicht aber nicht interessieren. Wir müssen alles verfolgen, was gegen das Gesetz ist.“ 

Das Summerjam zieht aber nicht nur Dealer an, sondern auch Kriminelle, deren Aktivitäten durch keine Weltanschauung zu rechtfertigen sind. „Die Diebstähle in Zelten nehmen immer mehr zu. Wir haben im letzten Jahr 128 Diebstähle aufgenommen.“ Baltes berichtet, dass die Diebe immer dreister werden. „Die stehlen sogar, wenn die Leute noch im Zelt liegen. Schlafen werden in ihren Schlafsäcken von der Luftmatratze gehoben, da sie auf ihren Wertsachen liegen. Bevor der Bestohlene etwas registriert, ist der Dieb schon geflüchtet. An diesem Wochen haben wir zwei Täter gefasst, die ihr Diebesgut gleich wieder verkaufen wollten.“ Er meint, dass viele Straftäter, die friedliche Atmosphäre ausnutzen: „Prozentual liegt das Summerjam bei Diebstählen über `Rock am Ring`.“
Die Polizei hat am ersten Summerjam-Tag viele Anrufe von der anderen Rheinseite bekommen, die sich über die Lärmbelästigung beschwerten:  „Es finden aber ständig Messungen statt, und die Werte liegen immer unter den zulässigen Werten.“ Das liegt aber vor allen Dingen an den langwelligen Bassfrequenzen, die zwar nicht laut, aber weit hörbar sind. Baltes lobt die Veranstalter: „Hier ist alles vorbildlich, vom Müll über die Toiletten bis hin zur Drogenbekämpfung.“

Die Polizei bittet uns um Mithilfe: Am letzten Montag ist auf dem Camping-Gelände ein noch unbekannter Toter gefunden worden. Ein Foto und mehr Informationen wird geschaltet.
 


Copyright: RootZ Crew 2002 Zum Seitenanfang